ATELIER
Präsenz und Absenz | Der Körper als Echo
Meine Arbeiten setzen sich mit der Ästhetik des Butoh auseinander – einer radikalen Anatomie des existenziellen Schmerzes, die dort beginnt, wo das konventionelle Schöne endet.
In meinen Acrylbildern zeige ich das Schnittfeld zwischen dem Fleischlichen und dem Nichts, unterteilt in zwei komplementäre Zyklen:
I. Präsenz
Hier dominiert die physische Manifestation. Ich zeige den Körper in seiner extremen Deformation, weiß geschminkt und schmerzhaft präsent. Es sind Motive des Grotesken und des Unbewussten. Die Figuren sind keine Porträts, sondern Landschaften aus Muskeln, Haut und Schatten, die das Verstörende nicht maskieren, sondern radikal offenlegen.
II. Absenz
In dieser Serie fehlt der Körper. Zurück bleibt der leere Raum – ein Tatort des Gewesenen oder ein Wartesaal des Kommenden. Diese Szenen untersuchen die Stille und das Grauen, das im Verlassenen mitschwingt. Wo eben noch diese Intensität das Gefüge füllte, bleibt nun eine Architektur der Leere, die den Betrachter zwingt, die Isolation mit eigenen Projektionen zu füllen.
Das Sichtbare und das Verschwundene bilden in dieser Werkschau eine untrennbare Einheit: Eine Auseinandersetzung mit der Zerbrechlichkeit der Existenz.
Choreografie des Widerstands | frühe Arbeiten (ca. 2000–2003)
Dieses Ensemble bildet den Ursprung an der Schnittstelle von bildender Kunst und Tanz.
Die Arbeiten entstanden parallel zur Ausbildung an der "Iwanson International School of Contemporary Dance" in München – einer Phase, in der die Grenzen der eigenen Physis täglich neu verhandelt wurden.
Statt Tanz rein figurativ abzubilden, übersetzen die Bilder die physische Erfahrung – Muskelanspannung, Dehnung, Balance und Erschöpfung – direkt in Material. Als Träger dienen rohe, industrielle Reliefstrukturen. Die körnige, hautähnliche Textur des Untergrunds bricht den Farbauftrag und verleiht den Figuren vor den monochromen Farbflächen eine greifbare, haptische Präsenz.
Diese jahrzehntelang unveröffentlichten Frühwerke sind das anatomische und emotionale Fundament für die spätere Auseinandersetzung mit Körperlichkeit und Form.


